Aktuelles
Unterstützte Migration von Baumarten
Chance für stabile Wälder im Bergischen Land
Die Wälder im Bergischen Land geraten durch den Klimawandel zunehmend unter Druck. Hitze, Trockenperioden und neue Schadorganismen verändern die Standortbedingungen schneller, als sich viele heimische Baumarten anpassen können. Gleichzeitig verlaufen natürliche Wanderungsbewegungen von Baumarten viel zu langsam, um mit diesen Veränderungen Schritt zu halten.
Um die Stabilität und Leistungsfähigkeit unserer Wälder langfristig zu sichern, rückt daher die unterstützte Migration von Baumarten und Herkünften stärker in den Fokus. Dabei geht es darum, klimaangepasste Arten oder geeignete Herkünfte gezielt in neue oder bestehende Mischwälder einzubringen.
„Wir haben heute die Verantwortung, die Wälder im Bergischen Land auf die bevorstehenden Klimaveränderungen vorzubereiten.“ Rainer Deppe, Vorsitzender der SDW Rhein‑Berg/Leverkusen
Mit großem Interesse hat die SDW Rhein‑Berg die am 24. März 2026 veröffentlichte Stellungnahme des Wissenschaftlichen Beirates für Waldpolitik zur „Anpassung von Wäldern durch unterstützte Migration“ aufgenommen. Die Empfehlungen bieten wertvolle Orientierung, welche Baumarten künftig eine größere Rolle spielen können.
Welche Baumarten könnten künftig wichtig werden? – Kurzüberblick
Der wissenschaftliche Beirat nennt eine Auswahl von Arten, die sich nach bisherigen Prüfungen der Landesforschungseinrichtungen für den zukünftigen Waldbau eignen könnten. Für das Bergische Land sind insbesondere folgende Gruppen relevant:
1. Besser angepasste Herkünfte heimischer Arten
(Migration innerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes)
| Hainbuche |
| Elsbeere |
| Winter- und Sommerlinde |
| Spitz- und Feldahorn |
2. Erweiterung des bestehenden Verbreitungsgebietes
(Nachahmung natürlicher Migrationswege)
| Orienbuche |
| Flaumeiche und Zerreiche |
| Schwarzkiefer (ausgewählte Herkünfte) |
| Esskastanie |
3. Einbringung weiter entfernter Arten
(Besonders für klimatische Risiken in wärmeren Zukunftsszenarien)
| Baumhasel |
| Atlas- und Libanonzeder |
| Nordmanntanne |
| Tulpenbaum |
Bereits etablierte nicht‑heimische Arten wie Douglasie, Roteiche, Robinie oder Lärchenarten spielen ebenfalls weiterhin eine besondere Rolle, sofern sie standortgerecht eingesetzt werden.
Unser Ausblick:
Die Entwicklung klimastabiler Wälder bleibt eine langfristige Aufgabe. Die SDW Rhein‑Berg wird die Empfehlungen des wissenschaftlichen Beirates in ihre fachlichen Diskussionen einfließen lassen und sich dafür einsetzen, dass Waldbesitzende im Bergischen Land fachlich gut begleitet werden – damit die Wälder unserer Region auch künftig widerstandsfähig und vielfältig bleiben.