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Die Esche ist der Baum des Jahres 2027

Gute Standortbedingungen im Bergischen Land

Im Vordergrund und Zentrum des Fotos steht eine Esche. Hinter liegt eine Straße sowie eine Wiese, die von weiteren Bäumen umrandet ist.
Hier zu sehen: eine Esche in Moitzfeld

„Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ist über die Wahl der Esche zum Baum des Jahres 2027 sehr erfreut“, kommentiert SDW-Kreisvorsitzender Rainer Deppe die am 4.11. bekanntgegebene Wahl. „Sie passt an vielen Standorten sehr gut zu den im Bergischen Land vorhandenen Standortbedingungen.“

Insbesondere in unseren Tälern und Siefen findet die Esche, die frische und nährstoffreiche Standorte bevorzugt, gute Bedingungen. In 10 von insgesamt 23 Waldentwicklungstypen des nordrhein-westfälischen Waldbaukonzeptes wird die Esche entweder als Haupt- oder als Nebenbaumart aufgeführt. Die SDW, die sich für stabile Mischwälder bestehend aus vielen unterschiedlichen Baumarten einsetzt, sieht in der Esche eine wertvolle Ergänzung des standortgerechten Baumartenspektrums.

Dabei war die Esche in den letzten Jahrzehnten weitgehend aus unserer Landschaft verschwunden. Bei der Landeswaldinventur 2022 stellte sie nur noch einen Antel von 2 % des Baumbestandes. Ursache für den starken Rückgang ist das seit etwa 25 Jahren auftretende Eschentriebsterben, das durch den aus Ostasien stammenden Pilz „Falsches Weißes Stängelbecherchen“ (Hymenoscyphus fraxineus) ausgelöst wird.

Durch intensive Forschung konnte festgestellt werden, dass ein kleiner Teil der heimischen Eschenpopulation eine natürliche Resistenz oder hohe Toleranz gegenüber diesem Schaderreger besitzt. Jetzt kommt es darauf an, diese Bäume zu vermehren, um die Eschenbestände langfristig zu stabilisieren. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald fordert alle Waldbesitzer auf, bei der Auswahl von Eschenpflanzgut auf resistenten Herkünften zu bestehen.

„Die Erkenntnisse zum Eschentriebsterben zeigen, wie wichtig angewandte forstliche Forschung für die Zukunft unserer Wälder ist. Das einfache Sich-Selbst-Überlassen ist keine ernsthafte Lösung. „Wir müssen die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse vorurteilsfrei in die Praxis umsetzen“, ist Rainer Deppe überzeugt, „insbesondere in Zeiten des Klimawandels.“ Diese Zeit, abzuwarten, um dann in Jahrzehnten zu sehen, was sich von selbst entwickelt, habe der Wald im Klimawandel nicht.

 

 

Ein Steckbrief zur Esche

Junge Eschen sind anpassungsfähig und konkurrenzstark. Als Lichtbaumart setzt die Esche im Wetteifern um eine Lücke im Kronendach auf Vorsprung durch rasches Längenwachstum. Verzweigungen und Dickenwachstum werden zunächst zurückgestellt, was zum eschentypischen hohen schlanken Stamm führt. Ältere Eschen mit ausladender Krone auf lange unverzweigtem Stamm geben später eine imposante Erscheinung ab. Die vergleichsweise lichte Krone lässt mehr Licht bis zum Waldboden als die dichten Kronendächer stark schattender Baumarten. Zusammen mit dem späten Laubaustrieb entstehen günstige Bedingungen für eine artenreiche Krautschicht. In entsprechenden Waldgesellschaften können deshalb im Frühjahr zahlreiche Frühblüher den Boden bedecken.

Die Blätter sind gegenständig und unpaarig gefiedert. Meist tragen sie sieben bis dreizehn unpaarig gefiederte, lanzettliche Einzelblättchen. Die Esche treibt spät aus und verliert ihr Laub im Herbst ebenfalls relativ spät. Das nährstoffreiche Laub wird nach dem Abfallen vergleichsweise schnell umgesetzt und spielt damit eine wichtige Rolle im natürlichen Stoffkreislauf des Waldes. Aus den Blüten entstehen die charakteristischen geflügelten Nussfrüchte, die als ‚Schlüssel‘ bezeichnet werden. Sie werden durch den Wind verbreitet und können über längere Strecken transportiert werden.

Das Eschenholz zählt zu den leistungsfähigsten heimischen Laubhölzern. Seine besondere Qualität liegt weniger in einer einzelnen Eigenschaft als in deren Kombination: Es ist fest, elastisch und zäh und lässt sich zugleich gut bearbeiten. Dadurch eignet es sich besonders für Teile, die wiederholt Biegung, Stoß und Vibration ausgesetzt sind.

Deshalb werden aus Esche traditionell Axt- und Beilstiele, Stiele für Hämmer und Spalthämmer, Hacken, Spaten, Schaufeln, Rechen und zahlreiche andere Werkzeuge gefertigt. Hinzu kommt die gute Bearbeitbarkeit: Das Holz lässt sich sägen, hobeln, drechseln, verleimen und – gedämpft – auch gut biegen. Eschenholz wird vor allem für Möbel, Innenausbau, Parkett, Furniere und hochwertige Formteile eingesetzt. Auch im Sportgerätebau nutzt man seine mechanischen Eigenschaften, etwa bei bestimmten Geräten und Konstruktionen, bei denen Festigkeit und Elastizität gefragt sind

 

Ein grünes und längliches Blatt einer Esche befindet sich im Zentrum des Fotos, vor einem gräulichen Hintergrund
Detailansicht eines Blattes einer Esche

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