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Chance zur Waldentwicklung jetzt mutig nutzen

SDW zum Internationalen Tag des Waldes

Auf 40% der Waldflächen im Bergischen Land wachsen Buchen und Eichen. Der Fichtenanteil ist auf nur noch 12% gesunken. Aber 17% der Waldflächen sind derzeit unzureichend oder gar nicht wieder bewaldet.

„Dies kann man beklagen oder als Chance sehen,“ sagt SDW-Vorsitzender Rainer Deppe anlässlich des Internationalen Tages des Waldes. „Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hat sich für die Chance entschieden.“

Diese Waldflächen, die seit Jahren nicht bewirtschaftet sind, bieten jetzt die Chance, den vielfältigen Wald der Zukunft zu pflanzen. Da das Wachstum in der Natur immer weiter geht, kommt die Chance nicht so schnell wieder. Genau diese 17 % der Flächen sollten für die nächsten 5-6 Jahre in den Mittelpunkt der Beratung und der öffentlichen Wahrnehmung gestellt werden.

Die Flächen bieten die Chance, jetzt einen bewusst angepflanzten vielfältigen Wald wachsen zu lassen – aus verschieden Laub- und Nadelbäumen und aus dem, was aus dem im Boden vorhandenen Samenvorrat wächst.

Dass die Pflanzentscheidungen bewusst und genau auf den jeweiligen Standort der Waldfläche getroffen werden können, ist relativ einfach möglich. Denn in NRW liegen exakte Karten mit den Standorteigenschaften für jede Waldparzelle vor. Daraus abgeleitet wissen Förster und Waldeigentümer, welche der 23 Waldentwicklungstypen (WET) passen. NRW nimmt damit bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Jetzt muss aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen praktisches Handeln werden.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald empfiehlt, jeden Waldeigentümer der 17% noch nicht wiederbewaldeten Flächen gezielt dahingehend zu beraten, sein Waldstück entsprechend des jeweils passenden Waldentwicklungstyps für die Zukunft auszurichten. In Naturschutzgebieten sollte die Anwendung der WET‘s zur Pflicht gemacht werden. Der aktuell zu erarbeitende Landschaftsplan bietet die Gelegenheit dazu.

„Zukunftsorientierter Naturschutz stellt sich heute auf den bereits stattfindenden und für die Zukunft zu erwartenden Klimawandel ein. Er sorgt heute dafür, dass Wälder vielfältig und für den einzelnen Standort passend zusammengesetzt sind“, erklärt SDW-Vorsitzender Rainer Deppe. „Wenn wir diese Chance verschlafen, wird man später den jetzt haben Handelnden bzw. Nichthandelnden zurecht Vorwürfe machen. Der Wald der Zukunft braucht unser Handeln jetzt!“

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